„Was braucht man im Außengelände, um einen Kindergarten eröffnen zu können?“

Bauzaun, einen Berg Sand. Damit war das Landesjugendamt erst mal zufrieden und wir konnten uns in aller Ruhe an die Gestaltung des wahren Gartens machen. Die Architekten hatten waghalsig im Plattenbau geplant, Haupteingang inmitten der Fensterfassade im ersten Stock. Nicht zu vermeidender Kampf mit der Unfallkasse um zu vermeidende Treppen, zu vermeidende Einzelstufen, zu vermeidende steile Rampen, zu vermeidende Absturzgefahr. Vermeidung als ästhetische Gestaltung? Nach dem ersten Bauabschnitt 2014 sah es nicht gerade nach KinderGarten aus. Maschendraht, Betonwände, Absturzsicherungen, Leuchte an jeder Einzelstufe, Metallcontainer. Das Erzieherteam und die Eltern halfen den Kindern mit improvisiertem Mobiliar. Alle 2 Jahre gab´s Geld zum Weiterbauen. Nun dürfen die Gebüsche allen über den Kopf wachsen. Kopfstände gibt es viele im „sozialen Brennpunkt Gorbitz“.

Der Garten aber bringt zusammen, heilt Wunden und birgt folgende Wunder:

  • langer Erdwall mit dichtem Strauchlabyrinth
  • Ausguck mit (halb) geheimem Durchschlupf durch den Zaun und Gründach
  • Kletteraufstiege am Burgberg und Kriechröhre mit echtem Kellergewölbe
  • Wasserspiel mit langer bunter Rinne
  • viele Durchgänge und Passagen, an denen die Erwachsenen scheitern
  • Gemüsegarten mit beherzten Groß- und Kleingärtnern
  • dichte Gebüsche mit üppigen Blütenrändern
  • und immer wieder neue kleine Ideen der Nutzer, auf die ein Landschaftsarchitekt nur neidisch sein kann