Haben Sie Zeit?“,

war die Frage, mit der das Projekt begann. Zeit ist dehnbar – ich sagte mutig zu und hatte doch ziemlichen Respekt vor meiner Entscheidung. Der Ingenieur in meinem Berufsabschluss betrat unbekanntes Terrain: Landschaftsreparatur mit komplexen baulichen Herausforderungen.

Voraussetzungen waren: Ein verschlammter Teich mit eingebrochenen Ufern und durchgeweichtem Damm. Ein vergewaltigter Bach mit rechtwinkligen Richtungsänderungen, Verrohrung und tiefem Einschnitt entlang der Betonstützwand. Die vage Idee aber biss sich in mir fest: Völliges Umkrempeln von Bach- und Teichgestalt, dabei alle Schlamm- und breiigen Erdmassen aufzuarbeiten und wieder einzubauen. So etwa im Jahrestakt gingen die Planungsschritte voran, Zeit verstrich durch Warten auf Möglichkeiten, auf Entscheide, empirische Versuche, Genehmigungen, Verhandlungen, fehlende Unterschriften. Inzwischen entwickelte sich der abgelassene Teich zum Erlenwäldchen, die Eingriffs-Ausgleich-Bilanz drohte ins Negative zu kippen.

Nach über 8 Jahren begann ein halbes Jahr Schlammschlacht. Die Bauleute von Fa. Mörbe ließen sich auf allerhand Experimente unter widrigsten Bedingungen ein und leisteten ein Meisterwerk an Koordination und Struktur während der Bauzeit. Als Ergebnis entstand die neue Landschaft. Schon nach einer Vegetationsperiode ist nichts mehr zu sehen von der einstigen Baustelle. Und dass Anwohner den Blick auf den neuen Teich freigepflegt haben wollen, werte ich als größtes Lob für alle Beteiligten.

Auf die (hoffentlich) wiederkehrenden Frösche warten ab Frühjahr 2026:

  • ein auf die Hälfte verkleinerter Teich mit flachen Uferböschungen und größerer Tiefe

  • ein neues und funktionierendes Ablassbauwerk mit Notüberlauf

  • ein regulierbares Zulaufbauwerk zwischen Bach und Teich

  • ein mit natürlichem Quelltonpulver abgedichteter Damm

  • ein neues offenes Bachbett mit lebhaften Windungen und bewachsenen Ufern

  • dichte standortgerechte Gehölzpflanzungen für Amphibien-Winterquartiere

  • ein kleiner Aufenthaltsplatz (der vielleicht eines Tages noch ausgebaut werden kann)